|
 |
 |
|
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 12,58 € |
12,46 € |
+0,12 € |
+0,96 % |
17.04/17:35 |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE000KC01000 |
KC0100 |
- € |
- € |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Klöckner & Co kaufen 19.12.2008
SRH AlsterResearch
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten von SRH AlsterResearch, Claudius Schmidt und Oliver Drebing, stufen die Aktie von Klöckner & Co (ISIN DE000KC01000 / WKN KC0100) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Durch eine Verfügung der französischen Kartellbehörde DGCC werde Klöckner & Co. im laufenden Jahr weniger verdienen als geplant. Wegen illegaler Preisabsprachen zwischen 1999 und 2004 seien gegen zehn im Stahlhandel tätige Unternehmen Bußgelder in einer Gesamthöhe von 600 Mio. EUR verhängt worden. Mit 169 Mio. EUR entfalle gut ein Viertel davon auf die KDI SAS, eine französische Tochtergesellschaft Klöckners. Wenngleich Vorstandschef Ludwig mit einer Reduzierung der Strafe rechne, sei für das 4. Quartal von einer Belastung mit 79 Mio. EUR auszugehen. Für weitere 20 Mio. EUR seien laut Klöckner bereits Rückstellungen gebildet worden. Bei den verbleibenden 70 Mio. EUR vertraue Klöckner darauf, einen Erstattungsanspruch gegenüber dem früheren Eigentümer zu besitzen. Mehrheitsaktionär sei bis 2005 die Düsseldorfer WestLB gewesen.
Mitte November bereits habe Klöckner mit einer Warnung aufhorchen lassen. Man werde das anvisierte operative EBITDA von 500 Mio. EUR nur erreichen, wenn die Stahlpreise nicht bis zum Jahresende noch einem weiteren starken Verfall ausgesetzt seien. Zudem habe Klöckner betont, man "sei wegen der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage" nicht in der Lage, für 2009 eine verlässliche Prognose abzugeben. Erst gegen Ende des 1. Quartals 2009 werde man eine Vorstellung vom Geschäftsverlauf des kommenden Jahres gewonnen haben.
Nicht nur würden Akquisitionen zurückgestellt, auch im bestehenden Vertriebsnetz werde Klöckner & Co um eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl um 500 Stellen nicht herum kommen. Die Krise der Druckindustrie schlage auch auf Klöckner durch. In Velten bei Berlin seien Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen. Von diesem Standort werde Heidelberger Druck beliefert. Über weitere Stellenstreichungen entscheide der Geschäftsverlauf des 1. Quartals 2009. Im Moment arbeite der Maschinenbau noch Auftragsbestände ab. Würden Folgeaufträge in größerem Umfang ausbleiben, werde sich das ab Mitte 2009 negativ bei Klöckner bemerkbar machen.
Bei rückläufigen Umsätzen im vierten Quartal zeichne sich nach Ansicht Ludwigs preislich nunmehr eine Bodenbildung bei Stab- und Betonstahl und inzwischen sogar beim Flachstahl ab. Da Klöckner selber kein Stahlproduzent sei, würden niedrigere Stahlpreise zumindest für die Rohergebnismargen keine größere Belastung darstellen.
Jedoch werde Klöckner & Co im Zusammenhang mit dem Preisverfall wegen der Höhe des Vorratsbestands kritisch beäugt. Wertmäßig habe sich dieser zum 30.9.2008 auf 1,33 Mrd. EUR belaufen. Sie seien damit 9% höher als das ausgewiesene Eigenkapital gewesen. Die Relation hätten die Analysten als ungünstig empfunden.
Tatsächlich werde Klöckner Abschreibungen von bis zu 40 Mio. EUR pauschal auf den Vorratsbestand vornehmen - einen preisbedingten Anlass gebe es derzeit nicht. Das gesamte Lager werde innerhalb von etwa 80 Tagen einmal umgeschlagen. Die durchschnittliche Einzelbestellung beim Stahldistributeur habe ein Volumen von 2.500 EUR. Weder sei die Preissensitivität des Kunden stark ausgeprägt, noch sitze er in der Regel am langen Hebel, um Preisnachlässe durchzusetzen. Der Vorratsbestand zum Jahresende werde durch Verkäufe mengenmäßig um rund 15% reduziert werden und nach Prognose der Analysten - Wertanpassungen eingerechnet - in der Bilanz mit knapp 1,1 Mrd. EUR aufgeführt sein.
Dies entspreche der Höhe nach auch den Schätzungen der Analysten für das Eigenkapital zum Bilanzstichtag. Mit der Reduktion des Working Capital gehe ein Abbau der Verschuldung einher. Zum Ende des dritten Quartals hätten die Nettofinanzverbindlichkeiten 683 Mio. EUR betragen. Für Ende 2008 würden die Analysten von einen Niveau von 565 Mio. EUR ausgehen. Die Ankündigung vom Herbst, diese Größe auf unter 600 Mio. EUR zu bringen, würde damit umgesetzt. Finanzierungsseitig bestehe für das Unternehmen kein kritischer Druck. Verhandlungsbedarf über die Verlängerung von Kreditlinien bestehe erst wieder Mitte 2010.
Ihre Schätzungen 2008 würden die Analysten um die Kartellstrafe und Vorratsabwertungen anpassen: Wären sie bisher von einem EBITDA (einschließlich der Erlöse aus dem Verkauf der Schweizer Tochter KVT) von 793 Mio. EUR und einem Ergebnis je Aktie von 10,49 EUR für 2008 ausgegangen, so würden sie nunmehr mit einem EBITDA von 676 Mio. EUR rechnen. Dabei würden sie die Kartellstrafe in voller Höhe berücksichtigen.
Das Ergebnis je Aktie 2008 sollte sich auf 8,26 EUR stellen. Die Ankündigung von Sommer und Herbst, das EBITDA auf 770 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zu verdoppeln, werde nach Beurteilung der Analysten nicht aufgrund der operativen Entwicklung verfehlt, sondern wegen der Kartellstrafe und der zukunftsgerichteten Wertanpassung der Vorräte. In ihre aktualisierten Prognosen für 2009 würden sie den Abschwung der Nachfragedynamik und ein niedrigeres Niveau der Absatzpreise stärker einbeziehen als bisher. Die Umsatzprognose für 2009 würden sie um 7% reduzieren. Daraus folge eine entsprechende Anpassung der Ergebnisgrößen.
Das Geschäftsmodell als Nahversorger für Stahlprodukte mit hohem Serviceanteil habe gute Chancen, sich auch in einem wirtschaftlichen Abschwung zu bewähren. Das 2008er-KGV würden die Analysten mit 1,3 bzw. 1,7 (unter Herausrechnung positiver und negativer Sondereffekte) errechnen, für die Folgejahre ergäben sich 2,7 und 3,1. Mit hoher Verlässlichkeit würden sich auch für die kommenden Jahre attraktive Dividenden vorhersagen lassen. Die aktuelle Rendite bezogen auf die noch zurückhaltende Prognose der Analysten von 0,80 EUR betrage 7,4%. Klöckner & Co sei gemäß der fundamentalen Betrachtung der Analysten eine der Aktien auf dem deutschen Kurszettel mit der offensichtlichsten Unterbewertung.
Die Analysten von SRH AlsterResearch stufen die Klöckner & Co-Aktie bei einem unveränderten Kursziel von 20 EUR unverändert mit "kaufen" ein. Nach traditionellen Bewertungsmaßstäben würde das Kursziel deutlich höher als 20 EUR ausfallen. (Analyse vom 19.12.2008) (19.12.2008/ac/a/d)
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|